Zurück
Theater + Übersetzung

Einstieg

Ausbildung

Wie werde ich eigentlich Theaterübersetzer:in?

Interview von Friederike von Criegern mit Übersetzer:innen

Der Beruf des Theaterübersetzens ist bei vielen Praktizierenden häufig eines von verschiedenen beruflichen Tätigkeitsfeldern. Neben der Theaterübersetzung arbeiten die meisten Personen auch als Literaturübersetzer:innen, Dramaturg:innen, Autor:innen oder in der Lehre.

Wie wird man Theaterübersetzer:in? Gibt es einen Königsweg, eine ideale Ausbildung?

Die Tätigkeit des Literatur- und Theaterübersetzens fällt nicht unter die geschützten Berufe und es gibt keinen ausschließlichen Ausbildungsweg, der final qualifiziert.

Grundsätzlich gilt sicher, dass ein vertieftes Fachwissen der beteiligten Disziplinen, also z.B. Translation, Linguistik, Literatur- oder Theaterwissenschaft und Dramaturgie, von Vorteil ist. In Deutschland können diese Fachrichtungen an vielen Universitäten und Fachhochschulen studiert werden, eine Liste mit den Studiengängen finden Sie hier. Wo dabei der Schwerpunkt gesetzt wird, bleibt am Ende jedem/r selbst überlassen, aber das gilt ja für die meisten Berufe in den Arbeitsfeldern Buchbranche, Kunst oder darstellende Künste.

Eine nicht repräsentative Umfrage zum Werdegang von Theaterübersetzer:innen zeigt, dass es kaum vergleichbare und homogene Ausbildungswege gibt. Einige Kolleg:innen haben von Beginn an den Weg des/der Theaterübersetzer:in eingeschlagen, während andere über Umwege in die Dramenübersetzung gelangt sind.

Viele Kolleg:innen haben hier weder Sprachen noch Theater(wissenschaften) studiert, sondern sind als vielsprachige Künstler:innen ganz ungeplant auf die Bühne gelangt. Aus dem Arabischen übersetzt Sandra Hetzl, und dass es heute bereits 24 Theaterstücke sind, war so nicht unbedingt vorgesehen:

Welche Ausbildung hast Du?

Keine, die etwas mit Theaterübersetzen zu tun gehabt hätte. Ich habe an der Kunstakademie Neapel Malerei und an der Universität der Künste Berlin Visual Culture Studies studiert. Nachdem ich lange gemalt habe, machte ich ab der Hälfte meines Studiums dokumentarische Videoinstallationen.

Und wie bist Du dann zum Theaterübersetzen gekommen?

Während meines Kunststudiums habe ich autodidaktisch Arabisch gelernt, und gegen Ende des Studiums auch angefangen zu übersetzen. Natürlich wollte ich Literatur übersetzen, kam aber anfangs eher an Aufträge für journalistische oder politische Artikel und Blogbeiträge. Der ursprüngliche Plan war, mich mit den Übersetzungen für die Kunst über Wasser zu halten, was nicht wirklich realistisch war, und mit der Zeit haben sich meine künstlerischen Prioritäten geändert. Ich organisierte Lesungen mit arabischer Literatur, und ein paar davon fanden in Theatern statt. Auf diesem Wege habe ich durch Zufall arabischsprachige Theatermacher:innen kennengelernt. Wir haben uns angefreundet, ich besuchte ihre Aufführungen und irgendwann bekam ich meinen ersten Theaterübersetzungsauftrag. Und so ging das dann immer weiter. Der Witz ist ja, dass ich davor eigentlich nie im Theater war. In meiner Wahrnehmung waren das andere Leute, die ins Theater gingen. Es kam mir weit weg vor und einschüchternd. Andererseits habe ich schon immer gerne Theatertexte gelesen, und auch immer wieder für Freund:innen spontan welche übersetzt, zum Beispiel einmal Max Frisch’s „Andorra“ ins Italienische. Aber mit dem Medium Theater bin ich erst durchs Theaterübersetzen vertraut geworden. 

Theaterübersetzer:in ist ein komplexer Beruf; dass er offen für Quereinstieg ist und keine Zugangsvoraussetzungen definiert sind, heißt nicht, dass man voraussetzungslos loslegen kann oder sollte. Wichtig sind neben sehr guten Kenntnissen der Fremdsprache, aus der übersetzt wird, ein sicheres Gefühl für die deutsche Sprache mit ihren vielfältigen Ausdrucksmitteln und Stilebenen und Kenntnisse der Theaterpraxis und der Abläufe am Theater.

Wichtige Studienfächer sind hier: Literaturübersetzen, Lehramt mit Fremdsprachen, Komparatistik, Kunst, Theaterwissenschaften, Literaturwissenschaft, Übersetzen und Dolmetschen, Szenisches Schreiben und vieles mehr, mit Bachelor-Abschluss, Diplom, Magister oder Promotion. Seit Bologna gibt es ein differenziertes und hochspezialisiertes Angebot an Masterstudiengängen im In- und Ausland, das in seiner Breite hier nicht dargestellt werden kann und soll.

Wer seine Neigung zunächst eher beim Übersetzen selbst sieht, kann dies nach einem passenden Bachelorstudium in verschiedenen Masterstudiengängen professionalisieren.

Auch eine Ausbildung an einem Institut für Dolmetschen und Übersetzen, ein Fremdsprachenstudium oder ein Aufbaustudium Literaturübersetzen können hilfreich sein, sind aber keine Bedingung.  Übersetzen und Dolmetschen kann man unter anderem an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften (in Germersheim) im Bachelor- und Masterstudiengang studieren. Auch die Universität Hildesheim bietet ein grundständiges Studium in den Übersetzungswissenschaften und Fachkommunikation an.

Die ganz traditionellen Studiengänge Germanistik und/oder Fremdsprachenphilologien oder Theaterwissenschaften (auch in Kombination) können auch weiterhin der Weg sein; es lohnt sich aber, sich auch über stärker praktisch oder künstlerisch ausgerichtete Studiengänge zu informieren. Von African Verbal and Visual Arts oder Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft über Barrierefreie Kommunikation, Literaturübersetzen, Theaterwissenschaft oder Translation bis Zeitgenössische Puppenspielkunst ist dies ist zum Beispiel hier möglich.

Christine Bais, Übersetzerin aus dem Niederländischen ins Deutsche, hat verschiedene Schwerpunkte kombiniert und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Literaturwissenschaft und Linguistik studiert. Parallel dazu hat sie in den Bereichen Regieassistenz und Produktion am Theater gearbeitet. Sie erzählt, wie wichtig neben der theoretischen Grundlage die Praxiserfahrung ist:

Zum Theaterübersetzen kam ich eher zufällig, einige Jahre nach meinem Umzug in die Niederlande. Ein befreundeter Autor bat mich, eins seiner Stücke zu übersetzen. Das war meine Feuertaufe! Ich merkte, dass ich sehr viel Gefallen an dieser Arbeit fand. Hier konnte ich meine Liebe zu Sprache und Theater verbinden und ich bin bis heute dabeigeblieben. Durch mein Studium hatte ich schon eine Grundlage im Bereich Theater, Literatur und Sprache, ins Übersetzen habe ich mich weiter vertieft durch Lesen, Workshops, den Austausch mit Kolleg:innen und die intensive Arbeit mit Theaterlektor:innen. Und natürlich durch Learning by Doing.  Viel gebracht hat mir auch der Kontakt mit Schauspieler:innen und Theatermacher:innen, zu wissen, wie die an Texte rangehen. Es ist wichtig, Feeling für Theater zu haben und die Gesetzmäßigkeiten zu kennen, eine Theaterübersetzung ist etwas anderes als Fließtext, denn Theatertext wird gesprochen und hat meist auch viel Subtext. Man muss, wie immer, inhaltlich sehr präzise sein und dabei auch beachten, dass man im Theater nicht mal schnell zurückblättern und nochmal lesen kann. Gleichzeitig ist der Rhythmus sehr wichtig, die Musikalität.

Wir haben PD Dr. Vera Gerling, Koordinatorin für den Masterstudiengang Übersetzen in Düsseldorf, gefragt, ob Theater in diesem Studium eine Rolle spielt:

Frau PD Dr. Vera Elisabeth Gerling, Sie sind Koordinatorin für den Masterstudiengang Übersetzen in Düsseldorf, welche Rolle hat Theater in Ihrem Studiengang?

Im Masterstudiengang Literaturübersetzen (LÜ) lehren wir das Übersetzen aus den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch ins Deutsche. Dabei versuchen wir, möglichst alle Gattungen abzudecken, von Prosa über Drama und Lyrik oder Essay bis hin zu Kinderbuch, manchmal auch Sachbuch. Theaterübersetzen ist daher ein Aspekt von vielen. Gerade dafür ist es besonders wichtig, Berufspraktiker:innen als Lehrbeauftragte an die Universität zu holen, da dieser Bereich so stark an die Theaterszene und Aufführungspraxis gebunden ist.

Welchen Stellenwert hat im Studium LÜ an der HHU  die Praxis? (Gibt es Kontakt zu Leuten aus dem Theaterbetrieb, gibt es die Möglichkeiten, ein Theater von innen zu sehen bzw. Abläufe am Theater zu erfahren?)

Der Studiengang steht auf der Schwelle zwischen Theorie und Praxis: In den wissenschaftlichen Seminaren geht es um vielfältige Formen der Kulturbegegnung, um Übersetzungstheorien und um die Geschichte von Übersetzungen. Zugleich widmen wir uns sehr stark der Praxis durch einen hohen Anteil übersetzungspraktischer Seminare, die zu einem großen Teil von Berufspraktiker:innen erteilt werden. Gerade das Thema Theaterübersetzen schafft hier schon in der Studienzeit Anknüpfungspunkte zur Theaterwelt. Teils finden Projekte zur Theaterübertitelung statt, bei denen die Studierenden dann auch in den Aufführungsprozess eingebunden werden. Und zudem bedeutet das Arbeiten mit Übersetzer:innen aus der Praxis schon ein erstes Netzwerken, aus dem auch schon Praktika oder sogar Übersetzungsaufträge hervorgegangen sind.

Gibt es überhaupt LÜ-Studierende, die sich schwerpunktmäßig für das Theater interessieren und/oder dort landen? Wie sind da die Erfahrungen?

Oft ist es so, dass erst die Seminare zur Theaterübersetzung das besondere Interesse daran hervorrufen. Zunächst bestehen da womöglich Berührungsängste, weil diese Sparte komplexer ist als andere. Aber die Übersetzer:innen, die bei uns Kurse erteilen, können immer für diesen Bereich begeistern. Die Theaterwelt ist sehr dynamisch, da entstehen aus Kontakten schnell auch erste Projekte.

Ganz allgemein: Für wen ist das Studium Literaturübersetzen das Richtige? Was sollten Bewerber:innen mitbringen?

Unbedingte Voraussetzung für das Studium im Fach Literaturübersetzen ist die Begeisterung für Literatur, der Spaß am Lesen und an der Sprache. Wir lehren in Düsseldorf das Übersetzen in die Erstsprache Deutsch: In dieser Sprache braucht man schon absolute Sicherheit im idiomatisch korrekten Sprachgebrauch und Freude am kreativen Umgang damit. Im Studium wird dann der Umgang mit Sprache beim Übersetzen trainiert: Jeder Text braucht eine andere Herangehensweise, die vom zu übersetzenden Text ausgehend zunächst erschlossen werden muss. Da unser Studiengang in dieser Form ganz besonders ist, kommen die Studierenden von überallher zu uns und sind ganz besonders motiviert.
Dann ist noch zu beachten, dass Literaturübersetzer:innen freiberuflich arbeiten. Mit diesem Berufsziel geht dann auch die Bereitschaft einher, ohne Festanstellung und mit den damit verbundenen Risiken, aber auch Freiheiten, das eigene Berufsleben gestalten zu wollen. Jedoch ist es so, dass nicht alle unsere Absolvent:innen auch tatsächlich hinterher übersetzen, sondern z.B. in der Verlagsbranche oder anderen Bereichen arbeiten, in denen es um Sprache oder Literatur geht. Auch dafür stellt unser Studium eine besonders gute Vorbereitung dar, weil man schon vieles über das Verlagswesen vermittelt bekommt und auch andere Kulturbereiche kennenlernt.  

Wie sehr einem/r die Freiberuflichkeit liegt, ist wohl letztlich nur durch Erfahrung zu überprüfen. Zu bedenken sind bei der Sparte Theater auch noch Arbeitszeiten, die sich ggf. an Proben- oder Aufführungsabläufe anpassen. Das gilt auch in Hinblick auf alle Formen von Vereinbarkeit.

Im Folgenden kommen nun noch einige Übersetzer:innen zu Wort. Ihre Werdegänge zeigen, wie individuell die Zugänge zu diesem Beruf sind und wie vielseitig die Kolleg:innen aufgestellt sind.

Eine Absolventin die Studiengangs Literaturübersetzen ist Sonja Finck, die Theater und Belletristik aus dem Französischen und Englischen übersetzt:

Bei mir war es so, dass ich schon jahrelang als literarische Übersetzerin von Romanen und Dokumentarfilmen tätig war, als sich mir die Möglichkeit bot, mein erstes Theaterstück zu übersetzen. Ich hatte auf der Jahrestagung des VdÜ (Verband deutschsprachiger Übersetzer.innen literarischer und wissenschaftlicher Werke) in Wolfenbüttel einen Kollegen kennengelernt, Frank Weigand, der wie ich viel in Québec unterwegs ist. Wir tauschten uns aus, und über ihn bekam ich meine ersten Aufträge.

Nach dem Studium ist ja nicht fertig. Wie gelang oder gelingt es Dir weiterhin, Dich für diesen Schwerpunkt zu qualifizieren?

Es half mir natürlich, dass ich literarisches Übersetzen studiert hatte und schon Erfahrung mit dem Übersetzen von Romanen hatte. Zum Glück waren da auch sehr dialoglastige Romane dabei. Auch wenn Theatertexte noch einmal etwas anders funktionieren als Prosa-Dialoge, kann man da doch einiges übertragen. Außerdem habe ich, nachdem ich mein erstes Stück übersetzt hatte, an einem deutsch-französischen Workshop zum Theaterübersetzen teilgenommen, unter der Leitung von Frank Weigand und Laurent Muhleisen. Das Programm heißt " Transfert Théâtral /Theater Transfert". Dort habe ich wirklich viel gelernt, das hat mir sehr weitergeholfen. 

Hast Du ggf. Tipps für den Übersetzer:innen-Nachwuchs, der sich für Theater interessiert?

Allgemein hilft es immer, sich ein Netzwerk aus Kolleg:innen aufzubauen. Von ihnen bekommt man gute Ratschläge und vielleicht sogar erste Aufträge, falls sie selbst zu viele Angebote bekommen. Die Solidarität unter Übersetzer:innen ist etwas sehr Wertvolles. Außerdem gibt es verschiedene Workshops zum Theaterübersetzen, die regelmäßig angeboten werden, an so etwas teilzunehmen würde ich auf jeden Fall empfehlen. Nicht zuletzt ist es eine gute Idee, Theaterstücke zu lesen, die in der Sprache geschrieben worden sind, in die man übersetzt, da kann man sich inspirieren lassen. 

Gundula Schiffer hat zunächst Komparatistik mit einem Schwerpunkt im Literarischen Übersetzen studiert, in diesem Bereich promoviert und dann noch den Master in Düsseldorf absolviert. „Die Masterarbeit war der Übertitelung einer Produktion von Massenets “Don Quichotte” an der Oper Wuppertal gewidmet, in diesem Rahmen habe ich auch ein Dramaturgie-Praktikum gemacht, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln.“ Gundula Schiffer stellt besonders die Bedeutung von Netzwerken im In- und Ausland heraus. Sie rät dem Nachwuchs, „abgesehen von der Auseinandersetzung mit dramatischen Texten, Theaterbesuchen, der Lektüre von Zeitschriften wie z.B. Theater der Zeit (mit Abdrucken von neuen Stücken) etc., die stetig wachsenden Plattformen, Datenbanken und Netzwerke im Internet zu nutzen.“ Ihr Werdegang zeigt die Vielfalt von Vernetzungsmöglichkeiten:

Ein früher Berufswunsch war tatsächlich Regisseurin. Und neben der Lyrik mag ich vor allem kleinere Textformen, auch in der Prosa sind mir kürzere Sachen lieber. Da ich aus einer sogenannten „kleinen“ Sprache übersetze, aus dem Hebräischen, ist die Szene recht überschaubar.
Anfangs habe ich die relevanten Institutionen erkundet, in Israel z.B. das Hanoch Levin Institute of Israeli Drama, einschlägige Verlage und Verbände kennengelernt, Festivals und Werkstätten besucht.
2012 konnte ich an dem wunderbaren PAZZ-Festival am Oldenburgischen Staatstheater teilnehmen und somit an „Getting Acrozz – Transfer von Theaterproduktionen. Symposium für Übersetzer_Innen, Theatermacher_Innen und Festivalmacher_Innen“, geleitet von Yvonne Griesel, David Maß und Karen Witthuhn.
So kam eins zum anderen. Auf Anat Gov’s Stück “Oh mein Gott!” bin ich damals über den Katalog des ETC – European Theatre Convention gestoßen. Neue Pegasus hat es dann ins Programm aufgenommen und es wurde auch schon mehrmals gespielt.

Von 2013 bis Ende 2021 war ich Mitglied im Hebrew Committee von Eurodram, einem europaweit agierenden Netzwerk für Theater in Übersetzung. Leider ruht das hebräische Komitee derzeit, weil ein Leitungsteam fehlt. So stand ich in regelmäßigem Austausch mit (israelischen) Theaterschaffenden, war in Lektüren und Diskussionen rund um dramatische Texte involviert.

Ein beispielhafter Weg, der von der Theaterpraxis ausgeht, ist der Werdegang von Corinna Popp. Sie hat Theaterwissenschaften in Frankreich studiert und übersetzt heute aus dem Französischen – für das Theater, aber nicht nur. Zur Theaterübersetzung kam Corinna Popp zunächst durch die Uni, dann aber, weil sie unter anderem als Dramaturgin am Theater gearbeitet hat. Die Kenntnis der Praxis ist für sie ein wertvolles Pfund, mit dem man wuchern könne:

Wenn man erst anfängt, bekommt man Übersetzungsaufträge für Stücke nicht wie andere Übersetzungsaufträge von Verlagen, also auch nicht von Theaterverlagen. In meiner Erfahrung bekommt man Stückaufträge nur über den Weg durchs Theater. Und man muss das auch in der Praxis erfahren, worin der Unterschied liegt zwischen einem geschriebenen Text und einem Text für die Bühne. Also ich glaube, erstmal irgendwas am Theater zu arbeiten und einen Probenprozess von innen mitzuerleben, schadet auf keinen Fall. 

Neben dem Gefühl für die Theatersprache ist auch das Verständnis für Anforderungen einer Produktion wichtig, das gilt ganz besonders, wenn es in den Bereich der Übertitelung und somit aktiven Teilnahme an Aufführungen geht.

Bei Theaterübersetzungen geht es ja oft auch darum, dass sie am Ende als Übertitel gut funktionieren müssen, weswegen das Zeitliche und das Räumliche bei ihnen eine ganz besondere Rolle spielen. Bei einigen der Stücke, die ich übersetzt habe, habe ich am Ende auch die Übertitel erstellt, sie während der Endproben nachjustiert und bei den Vorführungen schließlich gefahren. So war es auch gleich bei meinem ersten Auftrag. Diese Art Aufträge bereiten einen gut aufs Theaterübersetzen vor, finde ich. Weil man dann alle Aspekte mitzudenken lernt. Vielleicht, aber nur vielleicht, hat mir dabei auch die Tatsache geholfen, dass ich, schon lange bevor ich überhaupt mit dem Übersetzen anfing, viel Videoschnitt und -untertitelung gemacht habe. Die Softwares für die Theaterübertitelung musste ich natürlich auch erst bedienen lernen. Oft war es einfach Powerpoint, bei den letzten Produktionen war es aber immer Spectitular, die tolle, eigens für Übertitel entwickelte Software des Berliner Unternehmens Panthea, dessen Mitarbeiter:innen mich in die Nutzung des Programms gut eingeführt haben. Sandra Hetzl

Neben der wissenschaftlichen kann auch eine ganz praxisorientierte Ausbildung der richtige Weg sein, oder eine Kombination aus beidem. Die aus dem Spanischen und fast ausschließlich Theater übersetzende Franziska Muche ist examinierte Übersetzerin, hat aber außerdem noch Schauspiel studiert:

Ich habe Sprachen- Wirtschafts- und Kulturraumstudien mit Schwerpunkt Spanien/Lateinamerika in Passau, London und Granada studiert, als Dreifachdiplom. In Granada war der Studiengang an der Übersetzerfakultät angesiedelt, daher habe ich neben meinem Diplom auch eine Licenciatura im Übersetzen und Dolmetschen.

Nach einem ersten Job in Brüssel studierte ich in Berlin noch drei Jahre Schauspiel, mit dem individuellen Schwerpunkt Dramaturgie und Stückentwicklung.

Wie bist Du zum Theaterübersetzen gekommen? 

Ein Kommilitone hatte nach dem Studium Probeübersetzungen für diverse Stückemärkte gemacht und plötzlich keine Zeit mehr - also leitete er eine entsprechende Anfrage des Berliner Stückemarkts an mich weiter. Ich war gerade im ersten Jahr der Schauspielausbildung und sagte gerne zu. Den spanischen Autor, um den es ging – José Manuel Mora – übersetze ich noch heute. Das Stück wurde damals ausgewählt, er kam mit zehn Freunden aus Spanien und wir erlebten gemeinsam die szenische Lesung in der Seitenbühne des Hauses der Berliner Festspiele. Diese Sätze im Raum zu hören, dabei zu sein, wie sie im Spiel lebendig werden, war für mich ein Schlüsselerlebnis.

Wie gelang oder gelingt es Dir weiterhin, Dich für diesen Schwerpunkt zu qualifizieren?

Natürlich nehme ich an verschiedenen Weiterbildungsangeboten teil, v.a. beim DÜF. Viel gelernt habe ich in den letzten Jahren auch in der Zusammenarbeit mit meinen Übersetzerkolleg:innen von Drama Panorama (und darüber hinaus). Wir haben mit unserem Verein selbst Werkstätten und Podien organisiert; vor allem aber arbeite ich im Team mit mehreren Übersetzerinnen – im Tandem, über Lektorate und Übersetzungswerkstätten – an zwei Anthologiebänden zur spanischsprachigen Dramatik, die ich auch gemeinsam mit Carola Heinrich herausgebe.

Am wichtigsten aber ist die Arbeit selbst, das ständige Dranbleiben, neue Aufträge oder selbstangestoßene Projekte wie diese Anthologien. Dazu gehören auch meine Übersetzungen ins Spanische, im Tandem mit Pilar Sánchez Molina – dabei lerne ich regelmäßig sehr viel über die Eigenheiten des Spanischen und des Deutschen.

Hast Du ggf. Tipps für den Übersetzer:innen-Nachwuchs, der sich für Theater interessiert?

Drama Panorama ist ein zugängliches und wirklich gutes Forum, um Kontakte zu Theaterübersetzer:innen zu knüpfen. Ich arbeite derzeit mit zwei Studentinnen zusammen, eine hat ein Seminar an der Uni Düsseldorf bei mir belegt, die andere an drei Veranstaltungen von Drama Panorama teilgenommen. Unsere Arbeit kommt in Wellen, mal ist Flaute, oft aber kommt es geballt und ist kaum zu schaffen– da bin ich dann sehr froh, manches abgeben zu können.

Ganz wichtig ist natürlich auch die Praxis, ich kann Theater nur übersetzen, wenn ich es auch erlebt, gesehen, gehört habe. Für mich zum Beispiel ist, wahrscheinlich durch mein Schauspielstudium, der Klang zentral. 

Und wie kommt man dann an Aufträge? „Eigeninitiative! Theater findet nicht im Seminarraum statt. Insbesondere am Anfang habe ich unbezahlt für junge Laien-Ensembles übersetzt. Viele ehemalige Mitwirkende sind nun professionelle Schauspieler:innen, Regisseur:innen, Maskenbildner:innen, Theatermitarbeiter:innen…  super Kontakte!“ (Anonym). Außerdem gilt, wie für alle Übersetzer:innen, dass Netzwerke das A und O sind. Als Theaterübersetzende knüpft man sie idealerweise sowohl mit Theaterschaffenden als auch mit anderen  Übersetzer:innen.

Alle befragten Kolleg:innen betonen, wie wichtig auch nach vielen Jahren der Berufserfahrung das Lesen von Theaterstücken in der Ausgangs- und Zielsprache bleibt – und der Besuch von Inszenierungen. Ohne gelebtes Theater gehe es kaum. „Das Theater ist eine faszinierende Welt und ein enger Kontakt dazu verfeinert das übersetzerische Sensorium“, ist Zuzana Finger (Übersetzerin aus dem Albanischen) überzeugt. Wie man sich weiter für den Schwerpunkt Theaterübersetzen qualifizieren könne? Durch „permanentes Übersetzen“ sagt ein Kollege, durch „LEBEN und LESEN!“, ein anderer. Und:

Indem ich viel ins Theater gehe und mir die Sprache anhöre, die im Moment auf deutschen Bühnen gesprochen wird, und indem ich versuche, so viel wie möglich mitzubekommen von dem, was in dem Land, aus dessen Sprache ich übersetze, im Theater aktuell los ist, welche Autor:innen gespielt werden, welche Regisseur:innen angesagt sind, welche Debatten geführt werden. Corinna Popp

Dafür sind auch sind Fortbildungen ausgesprochen wichtig – für die eigenen Kompetenzen, aber auch wieder zum Netzwerken, denn bei Workshops und Festivals lernt man Kolleg:innen und andere Theaterschaffende in einem Kontext kennen, der über Smalltalk hinausgeht.

„Caminante, no hay camino, se hace el camino al andar“ – es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen, sagt ein Vers des spanischen Lyriker Antonio Machado, und das gilt wohl auch für die Ausbildung zum/r Theaterübersetzer:in. Wenn Sie dieser Beruf interessiert, wenn Sie für das Übersetzen und für das Theater brennen, fassen Sie sich ein Herz, suchen Sie sich einen Startpunkt und wagen Sie sich auf Ihren eigenen Weg. Und dann: break a leg!

Ein letzter Tipp: Nicht traurig sein, wenn nach der Premiere keiner der Zuschauer:innen die Übersetzung lobt. Unsichtbarkeit ist das Größte.

Berufseinstieg

Für's Theater übersetzen

Von Frank Heibert

Die Hauptbesonderheit des Theaterübersetzens im Vergleich zur Übersetzung anderer literarischer Genres liegt darin, dass der Übersetzungstext noch nicht das fertige Werk ist (wie es bei einem Buch wäre), sondern die Arbeitsgrundlage für Regisseur:innen, Dramaturg:innen und Schauspieler:innen. Das bringt eine größere Verantwortung mit sich.

Erstens, weil wir interpretativen Spielraum für das Theaterteam lassen müssen, wir sollten in der Übersetzung nicht schon mitinszenieren; das heißt, wir müssen sehr genau schauen, wie offen für verschiedene Interpretationen der Originaltext ist. Und zweitens, weil die Repliken, die wir übersetzend schreiben, meist das einzige Material sind, auf dem das Theaterteam seine Arbeit aufbauen kann (anders als bei der Prosa, die viel mehr Kontext liefert; die kontextähnlichen Regieanweisungen sind unterschiedlich vorhanden und unterschiedlich relevant für die Bühne, je nach Arbeitskonzept). Wir stellen mit unserer Interpretation viele Weichen für die Theaterarbeit.

Wie geht diese Interpretation vor sich? Jedes Stück ist anders, und bei seiner Erschließung hilft uns eine erste Grundfrage: Wie natürlich oder künstlich ist die Redeweise der Figuren? Eine natürliche Redeweise hängt zusammen mit der psychologischen Plausibilität der Figuren, mit ihrem mehr oder weniger starken Realismus oder Naturalismus, mit ihrer angestrebten Wiedererkennbarkeit für das Publikum. Ein großer Teil der übersetzten Stücke funktioniert so; auch bei Theaterübersetzungen kommen Texte sehr häufig aus dem Englischen, also aus einer Tradition von well-made-plays, in denen die Figuren und ihre Redeweise aus realistischen Lebenskontexten geschöpft werden und die behandelten Themen und Probleme das Publikum oft identifikatorisch einladen sollen. Da fallen einem sehr viele Namen ein, von Alan Ayckbourn bis hin zu Yasmina Reza (als Beispiel dafür, dass solche Stücke natürlich in vielen Sprachen geschrieben werden). Die Frage, wie in jedem Stück Mündlichkeit notiert, also verschriftlicht wird, lohnt sich – denn auch bei dem größten Willen zum Realismus oder Naturalismus sind Dialoge nie exakte Transkriptionen von etwas Gesagtem (mit allen Ähms und Satzbaupannen); wobei zuweilen Autor:innen auch genau damit spielen, so zu tun, als wäre das Stück transkriptiv notiert.

Gehört ein Stück zu diesem Typus des realistisch-naturalistischen Theaters, bedeutet das: Die Übersetzer:innen sollten sich dafür interessieren, wer diese Figuren sind, es ließen sich „Fahndungszettel“ für sie schreiben, als Vorbereitung darauf, wie ihre Sprache im Einzelnen gestaltet werden könnte. Beim Erschließen des Originals geht es darum, inwieweit sich die Figuren in ihrer Redeweise voneinander unterscheiden, beim Neuschreiben der Übersetzung läuft ständig die Frage mit: Würde das diese Figur wirklich so sagen? Die Interpretationsarbeit richtet sich weniger darauf, was ein:e Autor:in womöglich damit sagen will, sondern eher darauf, welche Haltung jeder Figur zuzuordnen ist, aus der heraus sie sich sprechend verhält, allgemein und auch auf jede Replik bezogen; dabei wird nach dem Subtext ihres Sprechens gesucht, ebenso nach den einzelnen Sprechakten, die in den Repliken stecken. Dies ist auch die geeignete Methode für die vielen Einpersonenstücke, deren Monologe realistisch-naturalistisch grundiert sind.

Dass wir sowieso nicht den Wortlaut übersetzen, ist klar; bei dieser Art von Stücken entfernen wir uns vom Wortlaut, um die in unserer Sprache zur Redeweise und zum plausiblen Sprechhandeln passenden, überzeugenden Formulierungen zu finden.

Doch es gibt auch viele Theaterstücke, die nicht auf diese Art von Realismus aus sind, Stücke, in denen der Autor:innenstil stärker ist als die Redeweise der einzelnen Figuren, in denen also die Repliken insgesamt künstlicher wirken; denken wir, unter vielen anderen, etwa an Jon Fosse oder Sarah Kane. Das lenkt unsere Arbeitsaufmerksamkeit stärker auf die stilistischen Gestaltungsmittel der Sprache. Sie dienen bei solchen Stücken nicht nur oder vorrangig dazu, psychologisch plausible Figurenpersönlichkeiten zu zeichnen, sondern schaffen vor allem Stimmungen und Atmosphären, die parallelen oder alternativen Realitäten nahekommen, mit surrealer oder hyperrealer oder unheimlicher oder rätselhafter oder grotesker (…) Wirkung. Die interpretierende Aufgabe besteht hier darin, zu verstehen, welche Wirkungen die stilistische Gestaltung der (Original-)Sprache genau entfaltet, und in unserer Sprache nach den Gestaltungsmitteln zu suchen, die für diese Wirkungen sorgen können. Viele Stilmittel lassen sich ähnlich nachbilden und haben ähnliche Wirkungen (kurze oder abgeschnittene Sätze, schräge Bilder, überraschende poetische Einsprengsel …), aber auch hier gilt, es geht nicht um 1:1-Entsprechungen, sondern um eine (nach der übersetzerischen Interpretation) äquivalente Wirkung, damit die Übersetzung als Grundlage fürs Erschaffen der alternativen Realitäten auf der Bühne dienen kann.

In der modernen, vor allem der postmodernen Dramatik bietet jede:r Autor:in, seine/ihre eigene  Mischung von realistischen Elementen und unterschiedlich künstlichen Sprechweisen an, so dass es umso wichtiger für die Übersetzung ist, sich bei der Interpretation darüber klar zu werden, welche Wirkungen der jeweilige Mix entfaltet, um sie möglichst gut nachschaffen zu können.

Die stilistische Durchformung von Theaterstücken fällt noch stärker bei klassischen Dramen (bzw. bei erneuerten, zitierten, ironisch aufgegriffenen modernen Varianten davon) ins Gewicht, ob es nun Stücke aus der griechischen Antike oder aus der französischen oder der englischen Klassik u.ä. sind (von Aischylos bis Corneille, Calderón bis Shakespeare, Molière bis …): Wenn Figuren in gebundener Rede sprechen (das Arsenal der Stilmittel enthält dafür vor allem zahlreiche metrische Formen und Reimschemata), stellt diese formale Durchgestaltung zunächst die Hauptherausforderung für die Übersetzung dar. Darauf lässt sich mit einem Konzept reagieren (soll in ähnlichem Maße formal durchgestaltet werden oder soll es gleich eine Prosaform oder ein weniger stark gestalteter Ansatz sein, z. B. rhythmisiert und wenig gereimt?). Wenn eine ähnlich starke Formalisierung das Ziel ist, stellen sich andere Fragen (etwa: Welches Metrum ist im Deutschen ebenso natürlich wie Alexandriner im Französischen oder Blankvers im Englischen?). Die handwerkliche Detailarbeit an der Form (wiederum: Wie künstlich oder unverkrampft, ‚natürlich‘ fließend laufen die Verse der Übersetzung im Vergleich zum Original?) steht meist im Vordergrund. Denn die psychologische Plausibilität der Figuren ist nicht realistisch gemeint; in der Regel sind die Figuren typisiert (Vaterfürst, Tochter oder Sohn, Zofe oder Höfling usw.) und ihre Emotionen und Haltungen ebenso (Stolz, Pflichtgefühl, Liebe, Eifersucht, Wut, Trauer, Wahn usw.). Nicht psychologische Nuancierung, sondern rhetorische Wucht prägen das, was die Figuren sagen, und wie sie es sagen, ordnet sich nach den formalen Vorgaben von Rhythmus, Reim und Klang.

Neuübersetzungen von klassischen Stücken werden oft aus konzeptuellen Gründen unternommen und daher auch im Zusammenhang mit konkreten Regievorhaben erarbeitet.

Der Vollständigkeit halber seien noch zwei Untergattungen des Sprechtheaters erwähnt, die seit längerem häufig auf deutschsprachigen Bühnen zu finden sind; die sog. „Textflächen“, Texte, die locker vor sich hin monologisieren, das realistische Zeichnen von Figuren, Situationen oder Handlung aber außer Kraft setzen. Wenn es überhaupt Übersetzungen sind (statt, wie meist, deutschsprachige Originalwerke), funktionieren sie wie lyrische Prosa, die rhetorisch besonders durchgestaltet ist (Rhythmus, Gedankenfolge, s.u.), um ihre Bühnenwirkung entfalten zu können. Und zweitens die Dramatisierung von anderen Genres (v. a. Roman, Film); das sind allerdings fast nie Übersetzungen, sondern eher Dramaturgie- oder Regieprojekte, die schon auf Deutsch entstehen.

Zwei Ansprüche an die Theaterübersetzer:innen sind oft vom Theater her zu vernehmen: Erstens sollen die Repliken „gut sprechbar“ sein; das ist nachvollziehbar, schließlich hört man alles nur einmal und kann nicht zurückblättern. Gemeint ist damit: keine Zungenbrecher, keine umständlich-schriftlichen Satzgebäude (es sei denn, genau das will das Original vorgeben). Außerdem ist gemeint, dass die ‚Inszenierung des Gedankens‘ stimmt, dass also Bezüge, Betonungen und Pointen richtig sitzen, passend zu Figur und situativem Kontext.

Und zweitens geht es darum, welche Formulierung „szenischer“, bühnentauglicher sei. Das knüpft an die interpretativen Spielräume an. Welche Wörter geben wir der Schauspielerin mit? Aus welchen kann sie mehr machen, welche sind eher auserzählend und flach? Wir richten uns immer nach den Vorgaben des Originals, klar, aber in der Feingestaltung, der Wahl zwischen zwei „Synonymen“ eröffnen sich oft ungeahnte Möglichkeiten des semantischen Ausreizens. Schwingendere, bedeutungsträchtigere Wörter an den richtigen Stellen – so habe ich diesen Wunsch von Seiten des Theaters immer verstanden.

Je überzeugender wir mit den Spielräumen und Verantwortungen beim Theaterübersetzen umgehen können, desto höher die Chancen, in das Metier reinzukommen. Der Weg ist ähnlich wie beim Prosaübersetzen nicht einfach; die kurzgefasste Formel dafür ist zweiteilig.  Erstens lesen-lesen-lesen (deutsche und fremdsprachige Stücke), im Kulturraum unserer Ausgangssprache scouten, sich mit Projekten (Exposé und kurze Übersetzungsprobe) bei Theaterverlagen und Theatern bewerben, aber möglichst gezielt (was könnte wo hinpassen?). Und zweitens vernetzen, geknüpfte Kontakte nutzen, die Welt des Theaters im deutschsprachigen Raum kennenlernen: umso gezielter lässt sich vorgehen. Mit Talent, Geduld und etwas Glück klappt es irgendwann.

 

Frank Heibert

Frank Heibert übersetzt Literatur und Theaterstücke, vor allem aus dem Englischen und Französischen, u.a. von Don DeLillo, Richard Ford, Tony Kushner, Neil LaBute, Kaite O'Reilly, George F. Walker u.v.a. Neben seiner Arbeit als Übersetzer ist er als Moderator, Dozent und Jazzsänger tätig. 

Suche